Die Mathematik hinter dem Gitarrenhals: Wie der Bundrechner für Gitarren funktioniert
Jeder Gitarrist kennt das Phänomen: Je weiter man den Hals hinaufgreift, desto enger rücken die Bünde zusammen. Doch warum ist das so? Die Antwort liegt in der gleichstufigen Stimmung, die unser heutiges Tonsystem prägt. Der Bundrechner für Gitarren nutzt eine einfache, aber präzise Formel, um die Position jedes Bundes zu berechnen: Die Entfernung eines Bundes vom Sattel ergibt sich aus der Skalenlänge nach der Gleichung Diese Formel basiert auf der Tatsache, dass eine Verdopplung der Saitenspannung – also das Verkürzen der schwingenden Länge auf die Hälfte – den Ton um genau eine Oktave erhöht. Da eine Oktave in zwölf gleich große Halbtonschritte unterteilt ist, muss jeder Bund so platziert werden, dass die Saitenlänge nach dem 12. Bund exakt die Hälfte der ursprünglichen Skalenlänge beträgt.
Nehmen wir als Beispiel eine Gitarre mit einer Skalenlänge von 648 mm. Der 12. Bund liegt hier bei genau 324 mm – also der Hälfte. Der erste Bund hingegen befindet sich bei 36,37 mm vom Sattel entfernt. Diese Werte sind kein Zufall, sondern das Ergebnis der mathematischen Gesetzmäßigkeit. Der Bundrechner für Gitarren macht diese Berechnungen für jeden Bund bis zum 24. Bund möglich und zeigt dabei auch die Abstände zwischen den Bünden an. Besonders nützlich ist dies für Luthiers, die bei der Herstellung eines Instruments präzise Markierungen setzen müssen, oder für Musiker, die die Intonation ihres Instruments überprüfen möchten.
Die Formel lässt sich auch durch die sogenannte „Regel des 18“ (genauer: 17,817) ersetzen, die in Werkstätten vor der digitalen Ära verwendet wurde. Dabei wird die verbleibende Saitenlänge nach jedem Bund durch 17,817 geteilt, um die Position des nächsten Bundes zu bestimmen. Beide Methoden führen zum gleichen Ergebnis, da sie auf demselben mathematischen Prinzip beruhen: der zwölften Wurzel aus 2, also .
Wer sich fragt, warum die Bünde nach oben hin immer enger werden, findet die Antwort in der logarithmischen Natur der Tonhöhe. Jeder Halbtonschritt erfordert eine proportionale Verkürzung der Saitenlänge, nicht eine absolute. Das bedeutet, dass der Abstand zwischen dem ersten und zweiten Bund größer ist als zwischen dem 21. und 22. Bund – bei einer Skalenlänge von 648 mm beträgt der erste Abstand 34,32 mm, der zweite nur noch 11,45 mm.