Was wird beim EXIF-Entferner eigentlich gelöscht?
Jedes digitale Foto enthält unsichtbare Zusatzinformationen, die weit über das Bild selbst hinausgehen. Der EXIF-Entferner löscht diese Metadaten systematisch – doch was genau verschwindet dabei? Zunächst die technischen Details: Kameramodell, Objektivtyp, Blende, Belichtungszeit, ISO-Wert und sogar die Seriennummer des Geräts. Dazu kommen zeitliche Angaben wie das Aufnahmedatum und die Uhrzeit, die nicht nur verraten, wann das Foto entstand, sondern auch, wo Sie sich zu diesem Zeitpunkt befanden – sofern GPS aktiviert war.
Noch aufschlussreicher sind oft die Bearbeitungsspuren: Welche Software wurde verwendet? Wurde das Bild beschnitten, nachgeschärft oder farbkorrigiert? Selbst die Ausrichtung des Fotos (Hoch- oder Querformat) ist in den Metadaten vermerkt. Hinzu kommen beschreibende Felder nach IPTC- und XMP-Standards, die etwa Copyright-Hinweise oder Stichworte enthalten können. Besonders brisant: GPS-Koordinaten. Selbst wenn Sie die Standortfreigabe in der Kamera-App deaktiviert haben, speichern manche Geräte trotzdem ungefähre Positionsdaten – etwa über WLAN-Netzwerke in der Nähe.
Nicht alles wird jedoch entfernt. Der EXIF-Entferner behält bewusst das ICC-Farbprofil bei. Warum? Weil dessen Löschung die Farbdarstellung des Bildes verändern würde. Ein Foto, das ursprünglich in sRGB kodiert war, könnte nach dem Entfernen des Profils plötzlich zu blass oder zu gesättigt wirken. Die Pixel selbst bleiben dagegen unverändert – bei JPEG-Dateien wird lediglich der Metadaten-Block aus der Dateistruktur herausgeschnitten, ohne die komprimierten Bilddaten anzutasten.