Was der Score der KI-Schreibmuster-Erkennung wirklich misst
Die KI-Schreibmuster-Erkennung bewertet keine Urheberschaft, sondern die Dichte typischer Schreibgewohnheiten, die Sprachmodelle häufig verwenden. Der Score von 0 bis 100 setzt sich aus zwei Ebenen zusammen: strukturellen Mustern und sprachspezifischen Phrasen. Jede Kategorie hat eine Obergrenze, um zu verhindern, dass ein einzelnes Merkmal den Score dominiert. So können beispielsweise übermäßig viele Gedankenstriche oder Aufzählungen mit drei Elementen („A, B und C“) jeweils bis zu 15 Punkte beitragen, während Standardfloskeln wie „Zudem ist zu beachten“ oder „In der heutigen Zeit“ maximal 10 Punkte pro Vorkommen ausmachen.
Die drei Bewertungsbereiche geben eine grobe Orientierung: unter 25 Punkte gelten als unauffällig, 25 bis 54 als moderat und ab 55 als stark ausgeprägt. Wichtig ist: Ein hoher Score bedeutet nicht automatisch, dass ein Text von einer KI stammt. Auch menschliche Autoren können ähnliche Muster verwenden, etwa in formellen Texten, Werbetexten oder bei nicht-muttersprachlichen Schreibern. Umgekehrt lässt sich ein KI-generierter Text durch gezielte Überarbeitung auf einen niedrigen Score bringen, ohne dass die Inhalte verfälscht werden. Die Erkennung dient daher nicht als Beweis, sondern als Werkzeug zur Selbstreflexion und Verbesserung.
Ein Beispiel: Ein Schüler, der einen Aufsatz mit Hilfe von ChatGPT verfasst und anschließend selbst überarbeitet, könnte trotz KI-Unterstützung einen Score unter 30 erreichen. Ein Professor, der einen wissenschaftlichen Artikel im traditionellen Stil verfasst, könnte dagegen auf 60 Punkte kommen, ohne jemals eine KI genutzt zu haben. Der Score allein sagt also wenig über die Herkunft des Textes aus. Entscheidend ist, welche Muster konkret erkannt wurden.